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Aktuelle Projekte (Haller)

Ethnologischer Forschung liegt eine besondere Herangehensweise zugrunde, nämlich die Durchführung zeitintensiver Feldforschungen (i.d.R. nicht weniger als ein Jahr), in denen wir vor Ort Beziehungen zu jenen Menschen entwickeln, über die wir arbeiten, um so Zugang zu ihrem kulturellen Eigensinn und zu den informellen Aspekten ihrer Kultur zu erhalten.

Gerade das zeitintensive "vor-Ort-sein" ist für Professoren kaum mehr möglich und führt dazu, keine eigenen Feldforschungen durchführen zu können. Momentan arbeite ich allerdings an verschiedenen Projekten:

  • Opus Magnum Projekt zur Geschichte der Ethnologie in der Bundesrepublik; Ziel des Projektes ist es, die Potenziale und Herausforderungen der deutschen Ethnologie (früher: Völkerkunde) herauszuarbeiten sowie die Entwicklungslinien der Disziplin und ihre Fachbestände (Gegenstände, Fragen und Methoden) vollständig zu dokumentieren. Ein vergleichbares Buch, das sich dieser Thematik in so umfassender Weise - und daher als Opus Magnum - zuwendet, ist bislang nicht geschrieben worden. Damit wird nicht nur eine Forschungslücke geschlossen. Es geht auch darum, fachspezifische Eigenheiten zu bergen, die von der Fachliteratur bisher nicht berücksichtigt werden. Im Sinne des „World Anthropologists Network“ kann die deutsche Ethnologie in der internationalen anthropologischen Diskussion ihren Beitrag leisten, um die Hauptgegenstände der Ethnologie – Kultur, Ethnizität und Fremdheit - neu zu beleuchten.
  • Aufbau eines Regionalschwerpunktes "Mediterranean Anthropology"
  • Aufbau eines Regionalschwerpunktes "Mainstream American Culture" (MAC) in Lehre und Forschung, sowie Aufbau und Leitung eines Regionalnetzwerkes "MACNet" innerhalb der European Society of Social Anthropology (EASA), das sich der Erforschung der MAC widmet (Beginn: Herbst 2006). Auf der Jahrestagung der EASA 2008 veranstaltet das Netzwerk zwei workshops; für 2009/2010 werden Veranstaltungen mit der American Anthropological Association durchgeführt. Die Webseite des Netzwerk ist unter http://easaonline.org/networks/mac/index.htm erreichbar.
  • Vorbereitung eines Projektes über den Mittelmeerraum als vernetzte Region und Öffnungsideologien und Praktiken im Kontext des Barcelonaprozesses (Stadtvergleich Tanger, Barcelona, Alexandria).
  • Vorbereitung einer Restudy zum Thema Gibraltar.