Sie befinden sich hier: Fakultät » Startseite des Lehrstuhls » Profil

Inhaltlicher Schwerpunkt der Juniorprofessur

Die Juniorprofessur Qualitative Methoden der Sozialwissenschaft beschäftigt sich mit den erkenntnis- und konstitutionstheoretischen sowie den methodologischen Grundlagen und der ‚Anwendung’ so genannter qualitativer Methoden.

Qualitative Forschung wird hier verstanden als ein Forschungsprogramm, das aus einem heterogenen Feld unterschiedlicher Verfahren besteht, die auf je eigenen erkenntnis- und konstitutionstheoretischen Annahmen beruhen. Die Lehre qualitativer Methoden hat dies zu berücksichtigen, in dem sie nicht nur bestimmte Verfahren und Techniken behandelt, sondern auch die damit einhergehende Perspektive auf die soziale Wirklichkeit sowie auf den Forschungsgegenstand vermittelt. Als wichtig für die Methodenlehre wird auch erachtet, dass Methoden nicht bloß theoretisch vermittelt werden. Lehrbücher und das Aufstellen von Checklisten zur Herstellung von Güte ersetzen nicht das Einüben des Forschens, denn sie geben nicht vor, wie konkrete Entscheidungen im forschungspraktischen Vorgehen gelöst werden können und müssen oder wie eine interessante Fragestellung gefunden werden kann. Methodenvermittlung kann sich daher nicht auf die Vermittlung theoretischer und methodologischer Grundlagen beschränken, sondern muss die Forschungspraxis ins Zentrum stellen. Für die Lehre bedeutet dies, Möglichkeiten dafür zu schaffen, dass der Forscherhabitus eingeübt werden kann. Denn das Studium bietet die einmalige Chance, im geschützten Rahmen zu forschen, was auch meint, dass „Fehler“ und „Irrwege“ zugelassen, ja erwünscht sind, weil aus ihnen neue Erkenntnisse gewonnen werden. Forschung und Lehre werden daher als Einheit verstanden. Im Rahmen von Seminaren und Lehrforschungsprojekten wird die Erhebung und Auswertung empirischen Materials eingeübt. Die Auseinandersetzung mit Methoden wird dabei an einen konkreten Gegenstand gebunden.