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29. Juni 2009:

"Uns tut Deutschland gut" - Schülerinnen und Schüler erforschen migrationssoziologische Fragestellungen

„Uns tut Deutschland gut“, so ein Befragungsteilnehmer aus Tadschikistan, der von Schülerinnen und Schülern der Erich Kästner-Gesamtschule zu seinen Migrationserfahrungen befragt wurde. Im Rahmen des Comenius-Vorhabens „The European Cultural Jigsaw-Puzzle“, an dem Schulen aus sechs Staaten der Europäischen Union beteiligt sind, wurde in Kooperation zwischen der Erich Kästner-Gesamtschule in Bochum und der Fachdidaktik Sozialwissenschaften unter Leitung von Juniorprofessorin Dr. Bettina Zurstrassen das Projekt „Migration ist das Normale“ durchgeführt.
Vernetzung von Hochschule und Schule
Den Projekttagen ging eine intensive Vorbereitung im Fachdidaktischen Vertiefungsseminar im Sommersemester 2009 voraus, wobei der Bogen von der theoretischen Auseinandersetzung mit der Projektmethode über die Analyse von Daten aus dem Bereich der empirischen Unterrichtsforschung zur Projektmethode bis hin zur Entwicklung von Unterrichtsmaterialien gespannt wurde.
Unter Anleitung von Studierenden haben sich die Schülerinnen und Schüler während der Projekttage (24.–26. Juni 2009) zunächst mit Migrationstheorien und statistischen Daten zu Migrationsfragen auseinandergesetzt. Dabei ging es auch um die grundsätzliche Frage, welchen Stellenwert Sozialtheorien und Statistik in der sozialwissenschaftlichen Forschung haben.
Projektgruppen
Muss man sich Gedanken machen über ein Interview? „Wir können Fragen stellen!“, lautete der Kommentar eins Schülers. Die Unterschiede zwischen einem alltäglichen Gespräch und einem forschungsorientierten Interview in der sozialwissenschaftlichen Forschung wurden in den vier Projektgruppen gemeinsam erarbeitet. „Wir hätte nicht gedacht, dass ein Interview für ein Forschungsvorhaben so viel Arbeit macht“, war der abschließende Kommentar der Schülerinnen und Schüler. Danach ging es an die praktische Erprobung. Es wurden Migrantinnen und Migranten über ihre Motive für die Einwanderung und ihre Migrationserfahrungen interviewt. Die Perspektive der Wissenschaft wurde desweiteren aufgezeigt durch Interviews mit Herrn Prof. Dr. Ludger Pries und Frau Dr. Zeynep Sezgin vom Lehrstuhl „Organisation, Migration, Mitbestimmung“ an der Fakultät für Sozialwissenschaft.
Analyse
Die Analyse der Interviews ergab viele Diskussionsanlässe: „Bereut zu kommen, haben wir es nie“, „Unsere Kultur reist immer mit“, „Anfangs war es schwer, sich zu integrieren“, Aussagen, die viele Schülerinnen und Schüler mit ihrer eigenen Biographie rückkoppeln konnten, denn gut die Hälfte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer hat einen Migrationshintergrund. In einem Radiointerview mir Radio CT, einem Video und szenischen Darstellungen über „typische“ soziale Vorurteile und ihre Ursachen wurden die Projektergebnisse den begeisterten Zuschauern an der Erich Kästner-Gesamtschule präsentiert.
Die entwickelten Projektprodukte werden in den nächsten Wochen auch an der Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum der Öffentlichkeit vorgestellt.

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