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Die Marie-Jahoda Gastprofessur

Interdisziplinäre und internationale Perspektiven werden in der Frauen- und Geschlechterforschung immer wichtiger. Ebenso ist die Reflexion von sozialem und kulturellem Wandel ein zentraler Bestandteil der Frauenforschung (Stichworte sind z.B.: Globalisierung, Migration, Osteuropa, Dienstleistungsgesellschaft, Organisationswandel usw.).


Die Marie-Jahoda Gastprofessur für Internationale Frauenforschung an der Ruhr-Universität Bochum wurde 1994 unter dem Vorzeichen eingerichtet, die internationale Ausrichtung und Kooperation durch grundlegende Impulse in Forschung und Lehre voranzutreiben. Inzwischen hat sich die Marie-Jahoda Gaststprofessur zu einem festen Bestandteil der Frauen- und Geschlechterforschung in NRW und bundesweit entwickelt und kann sich als sehr erfolgreich betrachten. Das hohe wissenschaftliche und öffentliche Interesse an den jeweiligen GastprofessorInnen zeugt vom Erfolg und der Notwendigkeit internationaler und interdisziplinärer Perspektiven.


International renommierte WissenschaftlerInnen, die die Theorieentwicklung und empirische Forschung in der Frauen- und Geschlechterforschung maßgeblich beeinflußt haben, werden für ein Semester auf die Gastprofessur eingeladen. Sie kommen vor allem aus den Sozialwissenschaften, aber auch aus der Geschichte, der Kunstgeschichte, der Medienwissenschaft und der Anthropologie.


Die Marie-Jahoda-Gastprofessur gibt so grundlegende Impulse für eine internationale, interdisziplinäre und innovative Geschlechterforschung; sie versteht sich auch als Forum für internationale Kontakte, für Vernetzung und Austausch.

Vorträge

Das hohe Interesse an Vorträgen der GastprofessorInnen zeigt die Bedeutung des Programms: Sie vermitteln internationale Perspektiven und neue Anstöße für die theoretischen und empirischen Ansätze, die in der Frauenforschung in Deutschland im Mittelpunkt stehen. Durch den internationalen Austausch wird das Spektrum eigener Ansätze erweitert, hinterfragt und differenziert. Die Nachfrage ist seit der Einrichtung außerordentlich gestiegen (durchschnittlich zehn bis zwölf Vorträge, d.h. ein bis zwei pro Woche, in manchen Semestern deutlich mehr) und kann kaum mehr bedient werden. Weiterhin veröffentlichen die jeweiligen GastprofessorInnen in hiesigen Zeitschriften, so daß ihre Forschungen einem breiten Fachpublikum bekannt gemacht werden.

Gesamtliste der im Rahmen der Gastprofessur entstandenen Veröffentlichungen

Workshops

Ein Highlight des Programms sind die Workshops, die jedes Semester in Bochum mit den jeweiligen GastprofessorInnen organisiert werden. Dort kommen FachwissenschaftlerInnen, NachwuchswissenschaftlerInnen und die interessierte Öffentlichkeit zusammen. Wichtig ist dabei die Vermittlung in die Region und zur Praxis (Frauenbeauftragte, interessierte KollegInnen aus Politik, Verwaltung und Projekten). Besonders erfreulich ist, daß sich langfristige Forschungskooperationen z.B. zu den Themen

Theorien der Geschlechterforschung,
Organisation und Geschlecht,
Frauen in den Medien oder
Frauenbewegungen im internationalen Vergleich

ergeben haben. Davon profitieren auch Studierende.


Überblick über die von der Gastprofessur veranstalteten Workshops

Seminare

Von zentraler Bedeutung ist weiterhin die institutionelle Verankerung in Forschung und Lehre an der Ruhr-Universität Bochum, insbesondere an der Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum. Die GastprofessorInnen führen ein zweistündiges Seminar durch, das allen interessierten StudentInnen offen steht. Diese Seminare werden, obwohl sie überwiegend in englischer Sprache stattfinden, rege nachgefragt und engagiert besucht. Dies liegt u.a. an den partizipativen didaktischen Ansätzen der GastprofessorInnen, die so Neuerungen in die Lehre einbringen. Damit wird auch ein zukunftsweisender Beitrag zur Internationalisierung der Lehre getan. Ferner können Studierende so internationale Kontakte knüpfen, die sich für ihre Examensarbeit oder für ein Studium im Ausland als fruchtbar erweisen.

Perspektiven

Die Gastprofessur wird durch das Rektorat der Ruhr-Universität Bochum gefördert.
Eine Zwischenbilanz zeigt, daß die Gastprofessur mit ihrem Anspruch, zu einer internationalen, interdisziplinären und innovativen Geschlechterforschung beizutragen und ein Forum für internationale Kontakte zu entwickeln, unerwartet erfolgreich war. Sie hat zur Internationalisierung von Forschung und Lehre in der Frauen- und Geschlechterforschung grundlegend beigetragen und sie hat auch interessierte Frauen und Männer in der Praxis erreicht. Für die Zukunft wird es wichtig sein, die Gastprofessur weiter zu entwickeln und dabei auch neue inhaltliche Akzente zu setzen. Dies betrifft insbesondere folgende Dimensionen:

  • Methodenprobleme interdisziplinärer Geschlechterforschung,
  • Möglichkeiten und Grenzen wissenschaftlicher Politikberatung,
  • Das komplexe Verhältnis zwischen Globalisierung und Regionalisierung
  • Die Vermittlung der Analysen auf der symbolisch-kulturellen Ebene einerseits und der soziostrukturellen Ebene des Geschlechterverhältnisses andererseits.