Selbstverständnis/ Profil des Lehrstuhls für Soziologie / Organisation, Migration, Mitbestimmung

Der Lehrstuhl Soziologie/Organisation, Migration, Mitbestimmung (SOZOMM) vertritt die wissenschaftlichen Disziplinen Arbeits- und Industriesoziologie, Organisationssoziologie und Migrationssoziologie im Rahmen einer vergleichenden Sozialwissenschaft. Forschung und Lehre konzentrieren sich dabei auf die Themenfelder (1) Profit- und Non-Profit-Organisationen, (2) Voraussetzungen, Formen und Wirkungen grenzüberschreitender Migration und (3) Regulierung von Arbeit, Beschäftigung und Partizipation, insbesondere Mitbestimmung.

 

Angesichts der zunehmenden Internationalisierung des sozialen Lebens nimmt der Lehrstuhl bei der Bearbeitung dieser Themenfelder vorwiegend eine international vergleichende Perspektive ein. Ein besonderes Interesse besteht an der Untersuchung von transnationalen Phänomenen und Sozialräumen. Jenseits der Wissenschaftsprogramme eines strengen methodologischen Individualismus einerseits und einer ausgeprägten Struktur- und Systemtheorie andererseits werden zur theoretischen Bearbeitung aktueller sozialwissenschaftlicher Fragestellungen vorwiegend Theorien mittlerer Reichweite herangezogen, die akteurs- und strukturorientierte Perspektiven kombinieren (historisch-evolutionäre Ansätze, Figurationstheorie, handlungsorientierte Institutionentheorie etc.). Beispielsweise werden folgende Fragen untersucht:

 

  • Wie werden angesichts zunehmender Internationalisierung in grenzüberschreitend tätigen (Profit- und Non-Profit-) Organisationen die Ressourcen verteilt und die verschiedenen Standorte koordiniert?
  • Welche (neuen) Partizipations- und Mitbestimmungsstrukturen sind in den letzten Jahren in Betrieben und Unternehmen entstanden und welche Einflussfaktoren (z.B. Branche, Größe, Qualifikation) beeinflussen die Formen und das Niveau der Mitbestimmungs- und Partizipationspraktiken und -erwartungen von Beschäftigten?
  • Welche Einflussfaktoren führen zu unterschiedlichen Formen der kulturellen, ökonomischen, sozialen und politischen Inkorporation von MigrantInnen und welche Bedeutung haben hierbei Netzwerke und Migrantenorganisationen?

 

Dabei ist die Arbeit am Lehrstuhl in Forschung und Lehre grundsätzlich theorie- und empirieorientiert. Entsprechend der spezifischen Fragestellungen wird eine Vielzahl quantitativer und qualitativer Methoden angewandt und miteinander kombiniert. Mit seiner Forschung will der Lehrstuhl zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beitragen. Dabei orientiert sich die Arbeit des Lehrstuhl-Teams an den Prinzipien von nachhaltiger und humanzentrierter Entwicklung sowie demokratischer Teilhabe an Chancen und Ressourcen in globaler Verantwortung.