Profil der Juniorprofessur

Die Soziologie der Entwicklung und Internationalisierung beschäftigt sich mit Prozessen sozialen Wandels. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Analyse von Handlungszusammenhängen auf der lokalen Ebene, jedoch stets mit Bezug zu translokalen und globalen Zusammenhängen. Es geht also nicht nur um Entwicklungsprozesse in einzelnen Gesellschaften, sondern um Perspektiven auf sozialen Wandel in unterschiedlichen räumlichen Kontexten und mit Bezug zu anderen. Soziale Prozesse, die in unterschiedlichen Lokalitäten und Regionen sowie diese übergreifend stattfinden, stehen im Mittelpunkt des Interesses.

Darüber hinaus stellt die Betrachtung von Maßnahmen und Zielen nationaler wie internationaler Entwicklungspolitik eine wichtige entwicklungssoziologische Komponente dar. Durch die Untersuchung von Paradigmen sowie Programmen und deren Wirkung steht die Soziologie der Entwicklung in Interdependenz zu anderen Soziologiebereichen und Disziplinen wie beispielsweise Politikwissenschaft, Wirtschaftswissenschaft oder Ethnologie und Sozialanthropologie.

Sowohl theoretisch als auch methodologisch liegt ein Schwerpunkt auf Ansätzen, die es ermöglichen, die Perspektiven und Handlungslogiken verschiedener Akteure nachzuvollziehen. Im Rahmen der Lehre werden entsprechende methodologische und theoretische Ansätze und Perspektiven vermittelt und eingeübt, um auf Forschung und Arbeit in fremdkulturellen Kontexten vorzubereiten.

Am Lehrstuhl für die Soziologie der Entwicklung und Internationalisierung an der Ruhr-Universität Bochum werden neben allgemeiner Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik folgende Forschungsschwerpunkte sowohl in der Lehre als auch der Forschung bearbeitet: Entwicklungszusammenarbeit in Konflikten, Ethnizität, Identitäts- und Zugehörigkeitspolitiken, lokale Perspektiven auf Demokratisierung und politischen Wandel, Migration und Transnationalisierung, Diasporaengagement in Entwicklung und Wiederaufbau, ländliche Entwicklung und Wandel von Geschlechterverhältnissen und -ordnungen. Regionale Schwerpunkte bilden Südasien, Westafrika, der Mittlere Osten, Europa und Zentralamerika.