Veranstaltung an der RUB im WiSe 2017/2018

 

Prof Gert G Wagner Vortrag

 

Veranstaltungsreihe im BlueSquare der RUB im WiSe 2017/2018

 

„Auf dem Weg in die postfaktische Zeit?“
mittwochs jeweils 18-20 Uhr
öffentlicher Vortrag eines Absolventen der Fakultät für Sozialwissenschaft mit anschließender Diskussion


Der Begriff „postfaktisch“ ist seit dem Brexit-Referendum in Großbritannien sowie der US-Präsidentschafts-Wahl 2016 in aller Munde und wurde im selben Jahr von der Gesellschaft für deutsche Sprache sogar als „Wort des Jahres“ ausgezeichnet. Leben wir also in einem postfaktischen Zeitalter?
In manchen politischen Diskursen und sozialen Netzwerken werden fundierte Beweise vernachlässigt, Emotionen erscheinen relevanter als Fakten. Wichtig scheint zu sein, was sich wahr anfühlt, anstatt was wahr ist. Manche Bevölkerungsgruppen irritiert, dass ihre gefühlte Wahrheit nicht mit den Fakten übereinstimmt, so dass für sie klar ist, dass aus ihrer Sicht das dann gar keine Fakten sind, sondern Manipulationen der sogenannten Lügenpresse. Interessieren sich also Menschen überhaupt noch für wissenschaftlich fundierte Fakten?


Weitere Informationen:
www.blue-square.rub.de


18.10.2017 um 18-20 Uhr
DR. FRANK SCHULTE

Radio Bremen, Leiter TV-Redaktion buten un binnen

„Kommen Sie mir nicht mit Fakten!“ – Aus dem Alltag eines Journalisten.

Postfaktisch. Für mich als Journalist ist dieser Begriff fast schon eine Provokation. Fakten sollen nichts mehr zählen? Sollen sich nicht mehr durchsetzen? Sollen verdrängt werden von Behauptungen, Unterstellungen und Emotionen? Ich kann mir das nicht vorstellen. Will mir das nicht vorstellen. Gleichzeitig sehe ich natürlich, was bei facebook, twitter und youtube passiert – und welchen Einfluss das mittlerweile auf das ganz reale Leben hat. Ich zeige in der Veranstaltung, wie radikal sich der Beruf des Journalisten wandelt, welche Veränderungen das Publikum durchläuft und warum für Kinder Medienkompetenz ebenso wichtig ist wie Mathematik.


08.11.2017 um 18-20 Uhr
DIPL.-JOURN. MATTHIAS LANGROCK, M.A.

Ruhr-Nachrichten, Qualitätsmanager in der Chefredaktion

„Wer etwas weglässt, der lügt!“ Zeitungen zwischen Fakten und Fake News.

In der Neujahrsnacht soll die Dortmunder Reinoldikirche gebrannt haben. Ein „Mob von mehr als 1000 Männern“ soll die Kirche mit Feuerwerksraketen beschossen haben. Soll. In Wirklichkeit hat die Kirche nicht gebrannt. Dennoch griffen Medien aus den USA und Österreich das vermeintliche Feuer auf, verbreiteten die Falschmeldung als Wahrheit. Sogar ein Bundestagsabgeordneter fiel darauf herein. Ein krasses Beispiel von Fake News, aber kein Einzelfall.
Wie gehen Qualitätsmedien mit den Falschmeldungen um? Wie mit den Lü(ck)enpresse-Vorwürfen, sie verzerrten die Wirklichkeit durch Weglassen? Was müssen professionelle Journalisten tun, um sich abzugrenzen von denen, die nur behaupten, aber nicht belegen? Wie können sie dafür sorgen, dass das Publikum Fakten glaubt und nicht Fake News?


22.11.2017 um 18-20 Uhr
PROF. DR. LUDGER PRIES

Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für Sozialwissenschaft, Lehrstuhl Soziologie/Organisation, Migration, Mitbestimmung

Wird das „Postfaktische“ das 21. Jahrhundert prägen?

Seit 2016 wird viel darüber diskutiert, ob wir in „postfaktischen Zeiten“ leben. Vor allem Politiker nutzen Argumente, die einer Tatsachenprüfung nicht standhallten. Dies veranlasst sie jedoch nicht notwendigerweise, ihre Begründungen oder ihr Handeln zu überdenken. Stehen Fakten immer weniger im Mittelpunkt politischer Diskurse? Können Gefühle und freches Behaupten die Menschen mehr ansprechen und bewegen als rationale Diskurse? Ist etwa die Demokratie deswegen in Gefahr?
In dem Vortrag wird vor zu viel Panikmache gewarnt. Über die Frage, „was Fakt ist“, ließ sich tatsächlich schon immer trefflich streiten. Neu sind vor allem die Kommunikationsmedien und die Diskursformen. Und diese machen es kontra-faktischen Behauptungen insgesamt schwerer. Sie erhöhen aber auch die Unübersichtlichkeit.

 

  • SOPRA-Workshops Sommersemester 2017

    ( kB)



Fr., 05.05.2017
14.00-18.00, GCFW 04/304
Soziologische Theorien und Berufspraxis (080 604)
Dr. Markus Terbach, Leslie Czienienga, Susanne Stachowitz

Fr., 19.05.2017
14.00-18.00, GCFW 04/304
Persönlichkeit in der Berufsrolle (080 605)
Dr. Markus Terbach, Leslie Czienienga, Susanne Stachowitz

Mi., 10.05.2017
12.00-15.00, GCFW 04/703
Bewerben ist ein Handwerk (080 606)
Denis Erboskurt-Beckers, Susanne Stachowitz

Mo., 08.05.2017, 16 Uhr s.t.
SOPRA blickt hinter die Kulissen: Vodafone II (080 607)
Treffpunkt vor Ort am Vodafone Campus Düsseldorf.
Susanne Stachowitz

Die Anmeldung zu den Workshops erfolgt für eingeschriebene Studierende über CampusOffice ab dem 01.03.2017. Alumni nehmen die Anmeldung bitte per E-Mail an sowi-alumni@rub.de vor.
Für eine sinnvolle Durchführung ist eine Mindestteilnehmerzahl von acht TeilnehmerInnen erforderlich. Die Anmeldfrist endet am 27.04.2017 bzw. enstprechend den Angaben des Aushangs oben.



Kommentare:

Zu den Workshops
Soziologische Theorien und Berufspraxis (080 604),
Persönlichkeit in der Berufsrolle (080 605):

SOPRA e.V., der Alumni Verein der Fakultät, bietet in Master-Studiengängen auch im Sommersemester in zwei Workshops die Möglichkeit, in unterschiedlichen Arbeits- und Interaktionsformen kennenzulernen, wie sich in der sozialwissenschaftlichen Ausbildung vermittelte (Theorie-) Kenntnisse mit der Berufspraxis verbinden. Kurzvorträge, Gespräche mit ehemaligen Studierenden der Fakultät über Fälle aus der beruflichen Praxis bzw. die Simulation von typischen Situationen im Arbeitsalltag von SozialwissenschaftlerInnen in den Berufsfeldern Beratung, Personal, Controlling, Verwaltung und Management sind Bestandteil jedes Workshops. SozialwissenschaftlerInnen haben im Beruf einen großen Vorteil. Sie können soziale Interaktion, die sie beobachten oder an der sie selbst teilnehmen, vor dem Hintergrund ihrer Fachkenntnisse deuten und ggf. auch beeinflussen. In der Berufspraxis entsteht dadurch eine im Vergleich zu Kolleginnen und Kollegen, die andere Studiengänge absolviert haben, besondere (Doppel)Rolle.



Zum Workshop Soziologische Theorien und Berufspraxis (080 604):

In diesem Workshop werden ausgewählte soziologische Theorien sowie sozialwissenschaftliche Beiträge zur Kommunikationstheorie kurz und prägnant eingeführt und anschließend an Praxisbeispielen verdeutlicht, wie SozialwissenschaftlerInnen ihren Berufsalltag durch den Rückgriff auf diese Kenntnisse in besonderer Weise aktiv gestalten können.

- Was sagen die Standorte von Kaffeeautomaten über ein Unternehmen aus?
- Wie wichtig ist die Austragung von Konflikten im Arbeitsalltag?
- Weshalb sind sinnvolle Einarbeitungskonzepte für Unternehmen äußerst wichtig?
- Warum ist Kommunikation nicht nur in Paarbeziehungen störanfällig?



Zum Workshop Persönlichkeit in der Berufsrolle (080 605):

Das Handeln in Organisationen vollzieht sich immer in einem gesellschaftlichen Bezugsrahmen, welcher die unterschiedlichen Handlungsebenen innerhalb der Institution beeinflusst. Gerade in der Phase des Neueinstiegs in einen Job/ein Unternehmen beeindrucken die betrieblichen und organisationalen Abläufe und Strukturen zunächst. Diese Phase des Einstiegs ist durch Neugier und Anpassungsbereitschaft gekennzeichnet. Um in dieser Orientierungsphase und auch später nicht unterzugehen, die eigenen persönlichen Interessen und Ziele nicht aus dem Auge zu verlieren und diese ggfs. von Zeit zu Zeit neu zu justieren, sind Reflektionen der eigenen Situation und Rolle ein probantes Mittel. Zudem sollten die Grundstruktur professionellen Handelns in Organisationen erarbeitet werden.

In diesem Workshop werde Instrumente der Organisations- bzw. Selbstdiagnose und des Coachings vorgestellt und selbst erprobt.
- Was will ich im Job bewirken und welche Karrierevorstellungen habe ich?
- Wie kann ich Kongruenz der Lebenswelten erreichen, in denen ich mich bewege?
- Warum offenbart sich im Team-Meeting immer so viel Veränderungsangst?



Zum Workshop Bewerben ist ein Handwerk (080 606):

Der Sprung vom Studierenden und Absolventen der Sozialwissenschaft zum Sozialwissenschaftler in der praktischen Arbeit ist seit jeher ein steiniger jedoch gangbarer Weg.
Ich möchte mit Ihnen in diesem Workshop über Übergänge zwischen Studium und Beruf am Beispiel meines persönlichen Weges zur GrünBau gGmbH sprechen. Die GrünBau gGmbH soll hier als Beispiel für den ein oder anderen ehemaligen Studierenden und Absolventen der Fakultät für Sozialwissenschaften dienen.
Auch möchte ich in diesem Workshop mit Ihnen Bewerbungsprozesse in einer sich wandelnden Arbeitswelt beleuchten und Lösungswege skizzieren. Ziel ist es, Sie für das notwendige Handwerkszeug zu sensibilisieren, das Sie brauchen, um zwischen Studium und Beruf sinnvoll aufgestellt zu sein.



Zum Workshop SOPRA blickt hinter die Kulissen: Vodafone II (080 607):

Wie funktioniert ein Mobilfunknetz? Auf welchem Server landet eine SMS? Welche neuen technischen Entwicklungen gibt es? Wir erhalten exklusive Einblicke hinter die Kulissen der Unternehmenszentrale der Vodafone GmbH.

Begrenzte TeilnehmerInnezahl.
Treffpunkt vor Ort am Vodafone Campus Düsseldorf.


 

  • Seminar im Sommersemester 2017 in Kooperation mit SOPRA

     

Auch im Sommersemester 2017 unterstützt SOPRA wieder eine Lehrveranstaltung.

Do 16.00-18.00, GC 03/42
080 317
Organisationen - Verstehen und beraten (E&P, Teil I)
Prof. Dr. Rolf G. Heinze, Dr. Markus Terbach

 

Die Akteurinnen und Akteure in Politik, Verwaltung und Wirtschaft stehen in Zeiten zunehmender Dynamik und Komplexität vor einer Reihe von Herausforderungen, die zu lösen sie sich allein nicht zutrauen. Sie nehmen (zum Teil umfassende) externe Hilfe in Anspruch. Die aktuellen Stellenzuwächse bei Beratungsunternehmen sind also nicht verwunderlich. Nachdem als Fachhintergrund in der „Beraterszene“ lange Zeit die Wirtschaftswissenschaften dominierten, wird inzwischen oft der Expertise von Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftlern der Vorzug gegeben. In einigen Beratungsunternehmen fungieren die Sozialwissenschaften, besonders Soziologie und Sozialpsychologie, sogar als „Leitwissenschaften“. Dies greift das Seminar auf, das in Kooperation mit dem Alumni-Verein SOPRA e.V. durchgeführt wird.
Es beginnt im ersten Drittel des Semesters mit einer grundlegenden Einführung in die Organisationssoziologie (Grundbegriffe, klassische und aktuell besonders bedeutsame Theorien), bevor dann ausgewählte Management- und Beratungskonzepte vorgestellt werden. Hierbei erfolgt auch ein Blick auf Konzepte, die aus Betriebswirtschaft und Informatik erwachsen sind und gewisse Bezüge zu sozialwissenschaftlichem Wissen aufweisen. Ab der Semestermitte können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer laufende Projekte der Veranstalter zum Thema „Digitalisierung“ über Hospitationen oder die Durchführung von Projektelementen begleiten. Daraus soll dann auch die für die Erlangung
eine Modulprüfung nötige schriftliche Leistung entstehen.


Voraussetzungen:
Anmeldung über CampusOffice ab 01.03.2017 bis Seminarbeginn

Voraussetzungen für Studiennachweise / Modulprüfungen:
Studiennachweis: Referat, Thesenpapier und Powerpoint-Präsentation
Modulprüfung: Wie Studiennachweis und zusätzlich Hausarbeit
 

 

  • SOPRA-Studierenden-Preis 2016

     

Jede/r Lehrende in der Fakultät für Sozialwissenschaft der RUB hat noch bis zum 23. Januar 2017 ein Vorschlagsrecht für den "SOPRA-Studierenden-Preis". Dieser Preis wird für herausragende wissenschaftliche Bachelor- oder Master-Arbeiten verliehen, die einen engen Praxisbezug aufweisen sowie deren Abgabe im Kalenderjahr 2016 erfolgt ist und deren Bewertung vorliegt. Die erstmalige Auszeichnung wird im Rahmen der Absolventenfeier der Fakultät für Sozialwissenschaft am 2. Februar 2017 durch den 1. Vorsitzenden von SOPRA e.V. überreicht werden und ist mit einem Sachpreis in Form einer Weiterbildungsmöglichgeit verbunden. Nach dem Ablauf der Bewerbungsfrist wird die Auswahl durch den Vorstand von SOPRA e.V. stattfinden.