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Sektion Sozialpsychologie und Sozialanthropologie


Romain Finke, rainy day, 2005 http://www.romainfinke.com

Die Sektion für Sozialpsychologie und Sozialanthropologie setzt sich theoretisch und empirisch mit der sozialen und kulturellen Lebenswelt auseinander. Im Zentrum stehen komplexe Beziehungen zwischen Personen, Gruppen oder Gemeinschaften und ihrer kulturellen und materiellen Umwelt, sowie die Beziehungen, die Personen zu sich selbst unterhalten. Das Verhältnis zwischen Kultur und Person bildet den Fokus der interdisziplinären, eng miteinander verwobenen Lehre und Forschung.

 

Selbstverständnis

Die Sektion Sozialpsychologie und Sozialanthropologie ist eine interdisziplinäre Forschungs- und Lehreinheit der Fakultät für Sozialwissenschaft. Sie zeichnet sich durch handlungs- und kulturpsychologische sowie ethnologische (sozial- und kulturanthropologische) Schwerpunkte aus. Sie pflegt enge Kooperationen mit anderen Sektionen, Fakultäten sowie Forschungseinrichtungen und verbindet zeitgenössische sozial- und kulturwissenschaftliche Perspektiven. Die systematische Verankerung der Kulturpsychologie im Rahmen interdisziplinärer Studienprogramme und Forschungsprojekte stellt international eine Besonderheit dar.

Die Sektion wendet ihren Blick nahen und fernen Kulturen zu. Sie befasst sich mit dem Eigenen und dem Fremden (in seinen wechselseitigen Beziehungen). Wissen und Diskurse, Praktiken, Medien und Techniken, Lebensformen und Lebensstile, Mentalitäten und Identitäten, Handlungs- und Subjektivitätsformen interessieren sie in gegenwärtiger und historischer Perspektive. Dies schließt ein ausgeprägtes Interesse an Wissenschaftsgeschichte, Wissenschafts- und Wissensforschung ein, speziell an der Geschichte der Psychologie und Ethnologie sowie ihren lebensweltlichen Auswirkungen.

Die Mitglieder der Sektion untersuchen in verschiedenen Themenfeldern komplexe Konstellationen, die in vielen Regionen einer glokalisierten Welt typisch geworden sind. Dazu gehören insbesondere:

  • Das Fremde und das Eigene:
    • kultureller Austausch, interkulturelle Kommunikation und Kompetenz
    • hybride und transitorische Identitäten
    • Beschleunigung von Lebensbereichen und Dynamisierung praktischer Selbst- und Weltverhältnisse, sowie konfligierende Werte, Normen und Praktiken und unübersichtliche Orientierungsangebote hoch differenzierter Gesellschaften
  • Wissensforschung:
    • indigenes Wissen und Indigenisierung der Wissenschaften
    • kulturelle und psychosoziale Effekte einer technisierten und medialisierten Wissensgesellschaft
    • Optimierung des Menschen‘, wissenschaftlich, (bio-)technologisch und politisch vermittelt – gleich welcher Herkunft und Zugehörigkeit, welchen Alters oder Geschlechts
    • fortlaufende Transformationen anthropologischen Wissens sowie der allmähliche oder abrupte Wandel ‚des Menschen‘ selbst
    • Fachgeschichte der Ethnologie und Psychologie
  • Umbrüche, Konflikt und Gewalt:
    • vielfältige Formen (der Genese) physischer, psychischer und symbolischer Gewalt
    • Kultur und Umbrüche des Mittelmeerraums
    • Kontroverse Effekte neuer Medien und Technologien

Die thematischen Schwerpunkte der Sektion prägen nicht nur die Forschung, sondern auch die Lehre auf allen Ebenen: vom Bachelor- über das Masterstudium und die strukturierte Promotion bis hin zu anderen Formen der Nachwuchsförderung (z. B. im Rahmen sog. „Deutschland-Stipendien“ im Master-Studium). Forschungsorientierte Lehrveranstaltungen, in deren Zentrum theoretisch anspruchsvolle und methodisch versierte Lehrforschungsprojekte und Forschungswerkstätten stehen, sind in allen Curricula zentral und obligatorisch.

In forschungsmethodischer Hinsicht orientieren sich die empirischen Projekte vorrangig an interpretativen und praxisorientierten Ansätzen. Die Vermittlung einer hermeneutischen Methodologie der Sozialforschung und Kulturanalyse und der Methodologie der Feldforschung sowie die selbständige Einübung qualitativer Forschungsmethoden bilden vorrangige Bestandteile der Lehre. Komparative, insbesondere kulturvergleichende Studien fokussieren globales und indigenes Wissen sowie die damit verwobenen Lebens-, Praxis- und Subjektivitätsformen.

Profile und Schwerpunkte in der Sektion Sozialpsychologie und -anthropologie:

Allgemeine Informationen

Professuren und Lehrstühle

Emeritierte / Pensionierte Professoren

 

Aktuelles

Liebe Erstsemester des Master-Studienprogramms Kultur und Person,
zur Begrüßung und zu einem lockeren Kennenlernen lädt euch die Sektion Sozialpsychologie und Sozialanthropologie am 09.04. um 16 Uhr c.t. in den Raum GC 03/149 ein.

Dort stellen sich zunächst einige Lehrende der Sektion vor und im Anschluss wird es Zeit und Raum für eure Fragen und Sekt geben. Um ca. 18:00 Uhr werden wir in die Innenstadt fahren um den Abend gemeinsam zu verbringen und uns besser kennen zu lernen.

Die Sektion freut sich auf euch!


  • Neue Buchreihe im Bochumer Universitätsverlag: Kultur, Gesellschaft, Psyche. Sozial- und kulturwissenschaftliche Studien (hrsg. Von Katja Sabisch, Estrid Sørensen, Jürgen Straub)
    Weitere Informationen folgen in Kürze an dieser Stelle.
  • Seit Sommersemester 2012 läuft die forschungsorientierte Hans-Kilian-Vorlesungsreihe zur sozial- und kulturwissenschaftlichen Psychologie und integrativen Anthropologie. Das Veranstaltungsprogramm der Vorlesungsreihe und Informationen zur Publikation finden Sie hier, und zur Preis-Verleihung hier
  • Vortragsreihe/Kolloquium der Mercator Research Group II: Anthropological Knowledge: Production and Transfer