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11. Dezember 2009:

Familienforschung und Regionalforschung: Forschung der Fakultät in der aktuellen RUBIN-Ausgabe

Mit gleich fünf Artikeln ist die Forschung von WissenschaftlerInnen der Fakultät für Sozialwissenschaft in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins RUBIN der Ruhr-Universität vertreten.

Interdisziplinäres Zentrum für Familienforschung
Gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Ruhr-Universität aus dem Bereich der Rechtswissenschaften, der Medizin und der Psychologie haben Prof. Dr. Notburga Ott (Lehrstuhl für Sozialpolitik und öffentliche Wirtschaft) und Prof. Dr. Martin Werding (Lehrstuhl für Sozialpolitik und Sozialökonomie) das Interdisziplinäre Zentrum für Familienforschung an der Ruhr-Universität (ICFR) gegründet.
Familienforschung für Familienpolitik
"Familie hat jeder – wir alle haben unsere ersten und damit prägenden Erfahrungen in der Familie gemacht. Deshalb sind wir alle Experten für Familie und wissen, was gut an und für Familie ist und was nicht. Mit solchen Verallgemeinerungen von persönlichen Erfahrungen wird jeder Familienforscher immer wieder konfrontiert.", so Prof. Dr. Notburga Ott in ihrem Beitrag. Die Wissenschaft sei daher in einer schwierigen Position: "Familienforschung ist damit exemplarisch für die Probleme, aber auch die Notwendigkeit von Gesellschaftswissenschaften. Der Wissenschaftler muss diese Alltagstheorien überwinden – zunächst bei sich selbst, um systematische Zusammenhänge erkennen zu können, und dann beim Adressaten, sollen die wissenschaftlichen Erkenntnisse für die Gesellschaft fruchtbar gemacht werden."
Das „Unternehmen Familie“ unter Konkurrenzdruck
Subventionen, Insolvenzen, Einkommenseinbußen - in Zeiten der Wirtschaftskrise werden ökonomische Fachbegriffe zu Schlagzeilen. Ob Multinationale, Große oder Kleine, alle sind betroffen. Das „Unternehmen Familie“ bringt es in diesem Zusammenhang allerdings nicht auf die Titelseiten der Wirtschaftspresse. Dabei hätte es diese Aufmerksamkeit verdient. Die Professoren Notburga Ott und Martin Werding (Sektion für Sozialpolitik und Sozialökonomie) sehen das „Unternehmen Familie“ nicht erst seit gestern in der Krise.
Familienpolitik im 21. Jahrhundert
Genauer hinschauen, so einfach könnte eine Devise lauten, unter der das Bochumer ZEFIR-Team (Zentrum für interdisziplinäre Regionalforschung an der Ruhr-Universität Bochum) Sozialforschung betreibt. Erfolgreiche Familienpolitik muss wissen, was vor Ort geschieht, was notwendig ist, um eine Verbesserung der Lebenssituation zu ermöglichen. „Es gibt keine Familienpolitik von der Stange“, konstatiert Professor Dr. Klaus Peter Strohmeier, Geschäftsführender Leiter des ZEFIR.
Auswirkungen sozialer Segregation in Städten
„Sag mir, wo Du wohnst und ich sag Dir, was Du wirst“ – so lautet die Quintessenz der Forschungsergebnisse von Bochumer Sozialwissenschaftlern der Faktor Familie GmbH, einer Ausgründung der Ruhr-Universität, die mittels Verwaltungsdaten und Familienbefragungen die Lebenslagen von Familien in zwölf Städten unterschiedlicher Größe untersucht haben. Sie stellten eine zum Teil wachsende Segregation fest, d.h. arme, bildungsferne Familien bleiben ebenso unter sich wie reiche, gebildete. Das „schlechte“ Viertel wirkt wiederum negativ auf die Lebenschancen seiner Bewohner.

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