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Globalisierungstexturen: Brüche, Spannungen und Governance

Dieses Forschungscluster untersucht die Brüche und Spannungen, die in der Globalisierung auftreten, und die Governance-Strukturen, die sich angesichts dieser Herausforderung herausbilden und verändern. Es begreift als Globalisierung die Zunahme und den Bedeutungsgewinn grenzüberschreitender Verflechtungen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Diese Verflechtungen bestehen aus verschiedenartigen Regelsystemen, Akteurskonstellationen und Interaktionsmustern, z.B. aus Organisationen der Global Governance wie den Vereinten Nationen, der G20, dem Internationalen Währungsfonds und der Welthandelsorganisation, internationalen Regelsystemen wie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, supranationalen Governancestrukturen wie der Europäischen Union, aber auch aus grenzüberschreitenden Selbstregelungs- und Zertifizierungssystemen wie dem Marine Stewardship Council und den transnationalen Aktivitäten und Verbindungen von Individuen, Institutionen,Verbänden und Unternehmen. Brüche und Spannungen treten sowohl innerhalb solcher Verflechtungsmuster als auch im Verhältnis zu etablierten Regelsystemen, Netzwerken und Praktiken in nationalen, regionalen und lokalen Gebietseinheiten auf.

Erforscht werden die mit der Globalisierung einhergehende spannungsreiche Evolution von Governancemustern, die sich daraus ergebenden Herausforderungen an staatliche Souveränität und Regulierung und die zunehmend komplexe sozial-räumliche Strukturierung von Gesellschaften. Kollektive und korporative, For-Profit- und Non-For-Profit-Organisationen werden ebenso wie soziale Bewegungen und die Politik nationaler Regierungen als wichtige Brücken und Akteure der Globalisierungstexturen untersucht. Schließlich werden Veränderungen sozialer und wirtschaftlicher Praktiken, gesellschaftlicher Ideen und Interessen, Interaktionszusammenhänge, Normensysteme und Mechanismen im Kontext von Globalisierungsprozessen analysiert. Entsprechend können fünf Forschungsbereiche unterschieden werden:

  1. Governance als multilaterale Steuerung wirtschaftlicher Globalisierung und deren Prägung durch gesellschaftliche Ideen und Interessen.
  2. Herausforderungen an Governance in komplexen Mehrebenensystemen
  3. Spannungen und Widersprüche innerhalb von Globalisierungstexturen und deren wirtschafts- und gesellschaftspolitische Konsequenzen
  4. Interdependenzen sozialer Strukturen und (Mobilitäts-)Praktiken in transnationalen Räumen
  5. Verflechtungen und Transformationen globaler, nationaler und lokaler Wissens- und Normensysteme